Schüßler-Plan 70er-Jahre

Gut vernetzt auf neuen Bahnen

1968 - 1978

Nach inzwischen 10 Jahren am Markt nimmt das Ingenieurbüro Willi Schüßler weiter Fahrt auf. Auch wenn sich die wirtschaftliche Lage der Baubranche nicht merklich gebessert hat, sind die Zukunftsvisionen groß. Genau wie der Mut, den es braucht, um diese Visionen umzusetzen. Nur wer besser ist, hat eine Chance, sich am Markt zu behaupten. Positiv auffallen kann das Ingenieurbüro Willi Schüßler mit dem Umbau des Düsseldorfer Hauptbahnhofs als einem der ersten Projekte mit überregionaler Strahlkraft.

Als Knotenpunkt des ÖPNV-Netzes soll der Düsseldorfer Hauptbahnhof einen einfachen und schnellen Umstieg zwischen U-Bahn und Eisenbahn gewährleisten. Die Gleise und Bahnsteige des U-Bahnhofs werden deshalb unmittelbar unter einer zentralen Bahnhofspassage geplant. Zusammen mit der Einbindung neuer S-Bahnanlagen hat dies den Komplettumbau des Bahnhofs mit 19 neuen Gleis- und Bahnsteigbrücken, einer neuen stählernen Hallenüberdachung und dem Personentunnel als Umsteige- und Durchgangsebene zur Folge. Die geschlossene Bahnsteighalle gilt auch heute noch als Besonderheit, weil ihre vier Schiffe nicht wie üblich parallel, sondern quer über die Gleise und Bahnsteige verlaufen.

In den 70er-Jahren ist die Auftragslage weiterhin schlecht. Baumaterialien sind teuer, der wirtschaftliche Erfolg ist gering – falls überhaupt vorhanden. Rentabilität ist ebenso wenig Argument für die Akquise des Düsseldorfer Bahnhofprojekts. Und doch ist dieses von unermesslichem Wert für die Entwicklung von Schüßler-Plan. Als „Kathedralen des Verkehrs“ haben Bahnhöfe eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Sie sind Orte des Aufbruchs und der Ankunft. Sie sind die Tore der Stadt und bleiben Reisenden im Gedächtnis. Damit ist die überregionale Vernetzung nicht nur Thema für das deutsche Verkehrssystem, sondern auch für Schüßler-Plan, die dank der gewonnenen Kernkompetenz im Infrastrukturbau ihr Büronetz später weiter ausbauen wird.